Topografischer Bestandsplan für Windparkprojekte
Wie wir in Kırklareli für drei Windparkflächen rund 7.980 Hektar Bestandsplan mit GNSS-Netz, hybrider Befliegung und stereoskopischer Auswertung erstellt haben.
Am Anfang jedes Windparks steht, noch auf dem Papier, ein verlässlicher Bestandsplan des Geländes. Auf dieser Grundlage werden Turbinenstandorte, Servicewege, Umspannwerk und Enteignungsgrenzen geplant, und auch der Bebauungsplan sowie das Genehmigungsverfahren nach 7/A stützen sich auf diese Planblätter. Im Raum Demirköy in der Provinz Kırklareli haben wir diese Grundlage für drei getrennte Windparkflächen mit einer Gesamtfläche von rund 7.980 Hektar erstellt.
Zuerst das Netz: C3-Punkte und TUSAGA-Aktif
Bei einem Projekt dieser Größenordnung hängt die Genauigkeit des Plans vom geodätischen Netz ab, das lange vor der Befliegung eingerichtet wird. Auf den über die Flächen verteilten C3-Punkten haben wir statische GNSS-Sessions von jeweils rund 2,5 Stunden gemessen und das Netz über neun Referenzstationen des TUSAGA-Aktif-Dienstes angeschlossen und ausgeglichen. Die Koordinaten wurden mithilfe von Geschwindigkeitswerten von der Messepoche auf die Referenzepoche überführt; die Planblätter wurden im Datum ITRF96 in einem 3°-Streifen mit dem Mittelmeridian 27° angelegt. Die Passpunkte haben wir mit Planenmarkierungen signalisiert, die auch auf Waldwegen aus der Luft klar zu erkennen sind.
Ein lokales Geoid für die Höhen
Die ellipsoidische Höhe aus GNSS ist nicht die orthometrische Höhe, mit der im Projekt gearbeitet wird. Aus den TG2020-Undulationswerten der türkischen Generaldirektion für Kartenwesen für die C3-Punkte haben wir deshalb ein lokales Geoidmodell abgeleitet. Mit diesem Modell wurden das Höhenmodell und die Höhenlinien in orthometrische Höhen umgerechnet.
Hybride Befliegung: Photogrammetrie und LiDAR kombiniert
Die Befliegung erfolgte hybrid mit der Photogrammetriekamera Zenmuse P1 und dem LiDAR-Sensor Zenmuse L2 im RTK/PPK-Verfahren. Das Orthofoto wurde mit 5 cm GSD erzeugt, die Bestandszeichnungen entstanden durch stereoskopische Auswertung. In die Berechnung gingen 42 Passpunkte ein; an diesen Punkten lag der Gesamtfehler bei 2,29 cm. Aussagekräftiger sind jedoch die 41 unabhängigen Kontrollpunkte, die nicht in die Berechnung eingeflossen sind: Dort betrug der Gesamtfehler 8,45 cm. Ein Bericht ohne Kontrollpunkte sagt nichts über die tatsächliche Genauigkeit eines Plans aus.
Lieferumfang
Für jeden Windpark wurden ein Orthofoto, ein orthometrisches digitales Höhenmodell, Höhenlinien, Darstellungen der Gewässer und Einzugsgebiete sowie Bestandspläne in den Maßstäben 1:1000 und 1:5000 erstellt. Die Berechnungsunterlagen mit Methodik, Netzausgleichung, Geoidberechnung und den Fehlern an den Kontrollpunkten wurden im Genehmigungsverfahren eingereicht.
Bilder zum Projekt finden Sie auf der Projektseite. Wenn Sie für ein Wind- oder Solarparkprojekt einen Bestandsplan benötigen, beurteilen wir das Gelände gern gemeinsam mit Ihnen.