PV-Thermografie per Drohne vor dem Winter
Defekte PV-Module finden, bevor der Winter kommt. Warum sich eine Drohnen-Thermografie im Herbst lohnt, was sie zeigt und wie der Bericht vor Ort genutzt wird.
Der Sommer ist vorbei, die ertragreichsten Monate der Anlage liegen hinter ihr. Im Winter werden die Tage kürzer, die Einstrahlung sinkt, Schnee und lange trübe Phasen kommen hinzu. Ein Fehler, der jetzt unbemerkt bleibt, kostet oft bis zum Frühjahr Ertrag. Der Herbst ist der richtige Zeitpunkt, um eine PV-Anlage winterfest zu machen und die Wartungsliste festzulegen.
Was eine Wärmebildkamera zeigt
Die meisten PV-Fehler zeigen sich als Temperaturunterschied, bevor sie mit bloßem Auge sichtbar werden. Diese Befunde sehen wir bei Drohnen-Thermografien am häufigsten:
- Hotspots: Eine beschädigte, gerissene oder verschattete Zelle erwärmt sich deutlich stärker als ihre Umgebung.
- Ausfall einer Bypassdiode: Ein Modulabschnitt erscheint gleichmäßig warm; dieser Abschnitt erzeugt keinen Strom.
- Ausgefallener String: Alle Module eines Strings haben eine andere Temperatur als die benachbarten Strings, meist wegen eines Steckers, einer Sicherung oder eines Kabels.
- Verschmutzung und Verschattung: Vogelkot, Staub, hochgewachsene Vegetation oder der Schatten eines nahen Hindernisses.
- Erwärmung an Anschlussdosen und Steckern: Überhitzung an Anschlussdosen, Steckverbindern und Generatoranschlusskästen.

Im Wärmebild heben sich defekte Zellen und fehlerhafte Stringabschnitte deutlich von ihrer Umgebung ab.
Warum im Herbst?
Damit die Thermografie aussagekräftig ist, muss ausreichend Sonneneinstrahlung auf die Moduloberfläche fallen; führt ein Modul keinen Strom, erzeugt ein Fehler auch keinen Temperaturunterschied. Die internationale Richtlinie IEC TS 62446-3 empfiehlt mindestens 600 W/m² in der Modulebene. An klaren Oktobertagen wird dieser Wert um die Mittagszeit noch erreicht; ab November werden geeignete Tage immer seltener.
Kühle, klare und windarme Tage liefern sauberere Bilder als heiße Sommernachmittage: Der Boden ist nicht überhitzt, Reflexionen stören weniger. Kurz gesagt ist der Herbst das Zeitfenster, in dem die Messung noch möglich ist, die Winterverluste aber noch nicht begonnen haben.
Auch der Kalender spricht dafür. Die Leistungsbewertungen zum Jahresende finden jetzt statt, Garantieansprüche erfordern verortete und dokumentierte Befunde, und Ersatzmodule können noch vor dem Winter bestellt werden.
So arbeiten wir
- Vorbereitung. Wir erhalten den Belegungsplan und die Modul- und Stringnummerierung und wählen den Flugtag nach Einstrahlungs- und Wetterprognose.
- Befliegung. Wärme- und Echtfarbbilder entstehen im selben Flug bei geeigneter Einstrahlung.
- Auswertung. Hotspots werden nach Art klassifiziert und jeder Befund wird Reihe, String und Modulnummer zugeordnet.
- Lieferung. Thermisches Orthofoto, verortete Befundliste und Paare aus Wärme- und Echtfarbbild, nach Priorität geordnet.
Vom Bericht ins Feld
Ein Bericht ist so gut, wie schnell das Wartungsteam jeden Fehler vor Ort findet. Wir stellen die Wärmebildkarte und die Befundliste über das MapSurvey Portal bereit: Das Team öffnet die Karte auf dem Smartphone oder Tablet und findet das Modul zu jedem Befund direkt auf der Karte. Wird dieselbe Anlage im Folgejahr erneut beflogen, werden beide Messungen verglichen, um behobene, neue und größer gewordene Probleme zu unterscheiden.
Wie oft sollte geprüft werden?
- Mindestens einmal im Jahr, idealerweise vor dem Winter
- Bei der Inbetriebnahme, vor der Abnahme
- Vor Ablauf der Modul- und Gerätegarantien
- Nach Hagel, Sturm oder Brand
Machen wir Ihre Anlage winterfest
Wenn Sie eine Thermografie Ihrer Freiflächen- oder Dachanlage planen möchten, sehen Sie sich unsere Leistung Drohnen-Thermografie an oder kontaktieren Sie uns. Da die Tage mit ausreichender Einstrahlung weniger werden, empfehlen wir eine frühzeitige Planung.